Vanille, Zimt und Menthol | Praxis-Depesche 3/2018

Giftige Geschmacksstoffe in E-Zigaretten

E-Zigaretten liegen im Trend, vor allem bei Jugedlichen. Die meisten Nutzer erliegen der Fehlannahme, dass das Dampfen eine vergleichsweise harmlose Alternative zur Zigarette darstellt. Geworben wird dabei mit attraktiven Geschmacksvarianten, wie „Cotton Candy“ oder „Tutti Frutti“. Gerade die Geschmackszusätze können die Lunge aber schädigen – selbst bei nikotinfreien E-Zigaretten.

Forscher untersuchten an zwei humanen Zelllinien die Wirkungen von nikotinfreien E-Zigaretten-Mischungen (sogenannte „E-Liquids“) mit zehn unterschiedlichen Geschmacksstoffen: Diacetyl, Cinnamaldehyd, Acetoin, Pentanedion, O- Vanillin, Maltol und Coumarin. Analysiert wurden die Endpunkte Zytotoxizität, IL-8-Spiegel und die Produktion reaktiver Sauerstoffradikale (ROS) als Marker für den oxidativen Stress. Die Forscher exponierten die Zellen mit 10 bis 1000 μg der verschiedenen E-Liquids mit einzelnem Geschmacksstoff oder Geschmacksmixtur (E-Zigaretten enthalten 10 bis 40 mg/ml).
Cinnamaldehyd (Zimt-Geschmack) zeigte von allen Geschmacksrichtungen in beiden Zelllinien die größte Zytotoxizität, gefolgt von O-Vanillin (Vanille) und Pentanedion (Kaffee).
Alle zehn getesteten Geschmacksstoffe führten zu einer signifikanten ROS-Produktion, ebenso wie viele der Mischungen. Auch ein signifikant erhöhter IL-8-Spiegel wurde bei vielen Stoffen gesehen.
Es sind „nur“ In-vitro-Daten, die aber aufhorchen lassen sollten! OH

Quelle:

Muthumalage T et al.: Inflammatory and oxidative responses induced by exposure to commonly used e-cigarette ... Front Physiol 2018; 8: 1130

Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.