Praxis-Depesche 21/2007

Jede zehnte sexuell aktive junge Frau ist mit Mykoplasmen infiziert

Mykoplasmen sind Bakterien ohne Zellwand, die bei Männern zu einer Urethritis führen können. Bei Frauen verläuft die Infektion meistens symptomarm. Epidemiologische Studien zu Infektionen mit Mykoplasmen wurden bislang nur bei Männern durchgeführt. In einer Studie aus Indianapolis wurde jetzt untersucht, in welcher Häufigkeit Mykoplasmen bei jungen Frauen nachweisbar sind.

In die Studie gingen die Daten von 383 Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren und von 117 Partnern ein. Alle Studienteilnehmer wurden während des Untersuchungszeitraums von 27 Monaten jeweils vierteljährlich auf das Vorliegen einer Infektion mit Mykoplasmen, Chlamydien oder einer sexuell übertragbaren Krankheit untersucht. Da sich Mykoplasmen auf Nährmedien nur sehr schwer anzüchten lassen, wurden die Proben mittels PCR auf das Vorliegen einer Infektion untersucht.

Bei insgesamt 52 der 383 Mädchen (13,6%) ließ sich eine Infektion mit Mykoplasmen nachweisen. Das Risiko einer Mykoplasmen-Infektion ist signifikant von der Zahl der Geschlechtspartner abhängig. Nur bei einem Mädchen waren Mykoplasmen nachweisbar, obwohl es bislang keine sexuellen Erfahrungen hatte. Alle betroffenen Mädchen hatten keine Krankheitssymptome. (CF)

Quelle: Tosh, AK: Mycoplasma genitalium among adolescent women and their partners, Zeitschrift: JOURNAL OF ADOLESCENT HEALTH, Ausgabe 40 (2007), Seiten: 412-417
Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

x