Spannungskopfschmerz „wegstemmen“? | Praxis-Depesche 1/2019

Krafttraining hat kaum Effekte

Patienten, die unter Spannungskopfschmerzen leiden, zeigen häufig auch muskuläre Defizite im Schulter-Nacken-Bereich. Bekannt ist, dass Krafttraining Muskelfunktion und Nackenschmerzen effektiv verbessern kann. Aber wirkt es auch auf Kopfschmerzen?

Leider nein, so das Fazit einer Studie von sechs dänischen Wissenschaftlern. 30 Patienten mit Spannungskopfschmerz trainierten über zehn Wochen dreimal wöchentlich mit elastischen Bändern (Theraband). Weitere 30 Betroffene bekamen Anweisungen in Haltungskorrekturen, die sie selbstständig durchführen sollten. In die Kontrollgruppe wurden 30 gesunde Patienten ohne Kopfschmerzen aufgenommen.
Zu Beginn, nach zehn Wochen Training bzw. Haltungskorrekturen und 22 Wochen später wurden die Teilnehmer mit einem standardisierten Test bewertet. Die Patienten mit Spannungskopfschmerz hatten von vornherein eine schlechtere Muskelfunktion mit reduzierter maximaler Muskelkraft (RFD, Rate of Force Development; Rate der Kraftentwicklung), geringerer Muskelstabilität und erhöhter Druckempfindlichkeit im Schulter-Nacken-Bereich. Nach zehn Wochen Krafttraining besserte sich die Muskelfunktion und die Druckempfindlichkeit bei den Spannungskopfschmerz-Patienten nur wenig.
Aufgrund der Muskeldysfunktionen dieser Patienten empfehlen die Autoren aber, weitere Studien durchzuführen, um zu eruieren, wie Spannungskopfschmerzen und Muskelfunktion assoziiert sind. EG

Quelle:

Madsen BK et al.: Neck/shoulder function in tension-type headache patients and the effect of strength training. J Pain Res 2018; 11: 445-54

ICD-Codes: G44.2

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