Akutes Koronarsyndrom

Praxis-Depesche 11/2000

Lipidsenker mit Antibiotikum kombinieren?

Im August 2000 startet die vierarmige Studie PROVE IT, deren Design kürzlich vorgestellt wurde. Sie soll zeigen, ob bei akutem Koronarsyndrom eine frühzeitige CSE-Hemmer-Therapie und eine antibiotische Zusatzbehandlung sinnvoll sind.

An PROVE IT beteiligen sich weltweit rund 500 Zentren und 4 000 Patienten, die ein höchstens zehn Tage zurückliegendes akutes Koronarsyndrom hatten. Die Patienten werden randomisiert und doppelblind mit dem CSE-Hemmer Pravastatin (40 mg/d) oder mit Atorvastatin (80 mg/d) behandelt. Damit soll untersucht werden, ob auch Atorvastatin die für Pravastatin nachgewiesenen, über die LDL-Senkung hinaus gehenden positiven Zusatzeffekte hat (Verbesserung der Endothelfunktion, Stabilisierung von Plaques, antientzündliche Wirkung), die zur signifikanten Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse sowie der Mortalität beitragen. Außerdem erhalten die Patienten eine gegen Chlamydia pneumoniae gerichtete Zusatztherapie mit Gatifloxacin, einem Chinolon der neuesten Generation, bzw. Plazebo. Damit soll die Frage beantwortet werden, welche pathologische Rolle Infektionen bei akutem Koronarsyndrom spielen und ob eine antibiotische Therapie zusätzlichen Schutz bietet. Primäre Endpunkte sind Tod, Reinfarkt, instabile Angina pectoris, Schlaganfall und Koronargefäß-Interventionen mindestens 30 Tage nach Studienbeginn. Das Follow-up beträgt zwei Jahre. (UB)

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