| Praxis-Depesche 17/2004

Lymphogranuloma venereum gehäuft in Hamburg

Das durch Chlamydia trachomatis der Serotypen L1, L2 und L3 verursachte Lymphogranuloma inguinale (venereum; LGV) ist in Deutschland selten. Im vergangenen Jahr hat man aber in Hamburg mehrere Fälle diagnostiziert.

Ein 49-jähriger Homosexueller litt an einer schmerzhaften, therapieresistenten Ulzeration in der Rima ani mit inguinaler Lymphadenitis. Man wies im Abstrich C. trachomatis nach. Mit Doxycyclin heilte die Läsion ab. In drei weiteren Fällen traten Ulzera am Penis auf; die Leisten-LK waren ebenfalls geschwollen. Die Läsionen wurden als LGV diagnostiziert und mit Doxycyclin erfolgreich behandelt. Drei der vier Patienten waren gleichzeitig HIV-positiv. Die LGV-Läsionen können oral, genital oder anal auftreten. Bei anorektalem Befall findet man neben Schmerzen und analem Ausfluss Blut und Eiter auf dem Stuhl. Es kommt zu Erosionen, die wiederum zu Strikturen, Fisteln und Abszessen führen können. Ein LGV gilt als gesichert, wenn aus infiziertem Gewebe C. trachomatis mit dem Genotyp L1, L2 oder L3 isoliert werden und sowohl die spezifische PCR als auch die Serologie positiv ausfallen. Zur Therapie wird eine dreiwöchige Doxycyclin-Gabe (alternativ Erythromycin) empfohlen. (EH)

Quelle: RKI: Zum gehäuften Auftreten von Lymphgranuloma verum in Hamburg im Jahr 2003, Zeitschrift: EPIDEMIOLOGICAL BULLETIN, Ausgabe 25 (2004), Seiten: 197-198

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