Venlafaxin plus Trifluoperazin | Praxis-Depesche 6/2001

Malignes neuroleptisches Syndrom durch additiven Effekt

Bei Patienten, die bereits ein die Dopamin-Rezeptoren inhibierendes Medikament erhalten, kann schon eine Einzeldosis Venlafaxin zu einem MNS führen.

Ein 44-jähriger Mann nahm seit zehn Jahren 3 x 1 mg/d Trifluoperazin als Anxiolytikum ein. Beim Auftreten depressiver Symptome erhielt er 75 mg/d Venlafaxin. Bereits zwölf Stunden nach der ersten Einnahme wurde er mit allen Anzeichen eines MNS eingeliefert. Er erhielt nunmehr eine Einzeldosis von 70 mg Dantrolen sowie 48 h lang 2 x 15 mg/d Bromocriptin. Nach seiner Genesung gab man erneut Trifluoperazin - ohne Probleme. Da Venlafaxin eine Dopamin-inhibierende Wirkung besitzt und Trifluoperazin die Dopamin-Rezeptoren hemmt, könnten sich die beiden Medikamente in ihrer Wirkung addiert und so das MNS ausgelöst haben.

Quelle: Nimmagadda, SR: Neuroleptic malignant syndrome after venlafaxine, Zeitschrift: THE LANCET, Ausgabe 354 (2000), Seiten: 289-290

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