Herpes zoster | Praxis-Depesche 6/2019

Neue Vakzine: Vor- und Nachteile

Die Gürtelrose beruht auf einer Reaktivierung latent vorhandener Windpocken-Viren. Die meisten Betroffenen sind älter als 50 Jahre. Die Krankheit ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch fatal enden.

Etwa ein Viertel der Bevölkerung in unseren Breiten muss damit rechnen, im Laufe des Lebens einen Herpes zoster zu bekommen. In den meisten westlichen Ländern steht für Menschen über 50 eine attenuierte Lebendvakzine zur Verfügung. Ihre Wirksamkeit nimmt aber ab dem 70. Lebensjahr merklich ab. Bei immunsupprimierten Patienten ist ihre Anwendung kontraindiziert. Ein neuer adjuvanter Impfstoff mit einer rekombinanten Virus-Untereinheit wurde inzwischen im Westen und in Japan zugelassen.
Ein Review verglich beide Optionen an Über-60-Jährigen sowie immunsupprimierten Patienten. Eine neue Megaanalyse liefert nun zusätzlich auch Daten zur Altersgruppe 50 bis 60 Jahre. In die Analyse eingeschlossen waren 27 Studien mit insgesamt über zwei Mio. Patienten. Für die etablierte Vakzine versus Placebo ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied im Auftreten von Zoster. Der neue Impfstoff zeigte sich dahingehend überlegen gegenüber dem alten und Placebo. Er zog jedoch mehr unerwünschte Reaktionen an der Injektionsstelle nach sich und verursachte mehr systemische Nebenwirkungen als Placebo. WE
Quelle:

Tricco AC et al.: Efficacy, effectiveness, and safety of herpes zoster vaccines in adults aged 50 and older ... BMJ 2018; 363: k4029

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