Blutzuckerkontrolle | Praxis-Depesche 8-9/2019

Nicht immer ist Verlass auf den HbA1C-Wert

Die Überwachung von Diabetes anhand des HbA1C-Wertes (Hämoglobin A1C), welcher Rückschluss auf die Blutzuckerkonzentration über einen längeren Zeitraum zulässt, ist gängige Praxis. Bei Vorliegen von Hämoglobinopathien, Anämien oder chronischen Nierenerkrankungen ist jedoch Vorsicht geboten.
Bei einem 73-jährigen Mann mit Übergewicht, Diabetes Typ 2, chronischer Nierenerkrankung sowie Anämie aufgrund einer Angiodysplasie des Dünndarms wurde ein stark schwankender und erhöhter Nüchtern-Plasmaglucosewert festgestellt (288,3 bis 378,4 mg/dl). Auch der HbA1C war mit 1.546 mg/dl zu niedrig. Zudem lagen weitere Blutwerte, wie das Hämoglobin, Ferritin, Kreatinin und Albumin, außerhalb des Referenzintervalls.
Grund für den niedrigen HbA1C-Wert waren die zu niedrigen Hämoglobinwerte sowie die starke Fluktuation von Erythrozyten bedingt durch die gastrointestinalen Blutungen und der damit verbundenen gesteigerten Erythropoese.
Bei der Blutzuckerkontrolle basierend auf dem HbA1C-Wert sollten somit Faktoren, die zu einer Modulation des HbA1C-Spiegels führen können, unbedingt im Auge behalten werden. Dazu zählen u. a. Hämoglobinopathien, Anämien und chronische Nierenerkrankungen. Alternativen zur HbA1C-Überwachung sind ein selbständiges Glucosemonitoring, der Fruktosamin- Test, die Bestimmung des glykierten Albumin- oder des gesamtglykierten Hämoglobingehalts. GH
Quelle: Sodi R et al.: Monitoring glycaemic control in patients with diabetes mellitus. BMJ 2018; 363: k4723

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