Praxis-Depesche 1/2004

Nicht nur die klassische Nephropathie gefährdet die Nieren

Bei etwa der Hälfte aller Patienten in den USA, die eine Nierenersatztherapie benötigen, ist die Ursache der terminalen Niereninsuffizienz ein Diabetes Typ 2.

Während der klassischen Form der Nephropathie beim Typ 1-Diabetes eine Glomerulosklerose mit Mikro- und später Makroalbuminurie zugrunde liegt, werden beim Typ 2-Diabetes auch andere klinische Verlaufsformen beobachtet. In den USA wurde untersucht, wie häufig bei Typ-2-Diabetikern eine chronische Niereninsuffizienz ohne die klassischen Zeichen Mikro- oder Makroalbuminurie und Retinopathie vorliegt. Als Schwellenwert wurde eine GFR von 60 ml/min pro 1,73 m2 Körperoberfläche festgelegt. In einer repräsentativen Querschnittsuntersuchung an 1197 über 40-jährigen Typ-2-Diabetikern wiesen 171 (13%) eine chronische Niereninsuffizienz auf. Nur bei 28% dieser Niereninsuffizienten wurde eine diabetische Retinopathie festgestellt, 45% bzw. 19% zeigen Mikro- bzw. Makroalbuminurie. Insgesamt wiesen 30% der niereninsuffizienten Typ-2-Diabetiker keines der klassischen Zeichen Retinopathie oder Albuminurie auf. Zur Früherkennung sind diese Parameter beim Typ-2-Diabetes daher nicht geeignet, ebensowenig wie das Serum-Kreatinin.

Quelle: Kramer, HJ: Renal insufficiency in the absence of albuminuria and retinopathy among adults with type 2 diabetes mellitus, Zeitschrift: JAMA : THE JOURNAL OF THE AMERICAN MEDICAL ASSOCIATION, Ausgabe 289 (2003), Seiten: 3273-3277
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