Koronare Herzkrankheit | Praxis-Depesche 6/2011

Organische Nitrate nicht in einen Topf werfen

Organische Nitrate sind unverzichtbar zur Behandlung der stabilen Angina pectoris. Dennoch ist ihr Einsatz zurückgegangen, seit man weiß, dass die gängigsten Präparate Nitrattoleranz und endotheliale Dysfunktion verursachen. Eine Ausnahme stellt offenbar PETN dar.

Abgesehen von ihrer antianginösen Wirkung entwickeln sich unter den gängigen Nitraten ISDN, ISMN und NTG – vor allem wenn sie als Dauermedikation eingesetzt werden – Toleranz und endotheliale Dysfunktion, erklärte Prof. Thomas Meinertz, Hamburg. Da das organische Nitrat PETN keine oder eine deutlich geringere Toleranz sowie keine endotheliale Dysfunktion verursacht, ist es nicht nur zur Therapie der KHK, sondern möglicherweise auch für neue Indikationen geeignet, so Meinertz. In der derzeit laufenden CAESAR-Studie (Clinical Efficacy of Pentalong for Pulmonary Hypertension in Heart Failure) wird PETN bei Patienten mit chronischer systolischer Linksherzinsuffizienz und pulmonaler Hypertonie geprüft.

Bei KHK haben organische Nitrate einen hohen Stellenwert, da sie vasodilatatorische, hämodynamische und pleiotrope Effekte entfalten, so Prof. Thomas Münzel, Mainz. Zudem beeinflussen PETN und NTG, nicht aber ISMN die ischämische Präkonditionierung: In einem Ischämie-Reperfusionsmodell konnten sie eine induzierte En­dothel-Dysfunktion verhindern.

Nitrate können sich nachteilig auf die Endothelfunktion auswirken. Laut Münzel sind die Effekte von PETN auf die Endothelfunktion aber eher neutral, möglicherweise dank einer antioxidativen Aktivität. Ay

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