Erste Head-to-head-Daten | Praxis-Depesche 7/2019

Paradigmenwechsel in der CED-Therapie?

Die Zahl der Behandlungsoptionen im Bereich der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Vergleichende Daten für moderne Therapien waren bislang jedoch nicht verfügbar. Erkenntnisse der ersten Headto- head-Studie sprechen nun für den Einsatz des a4ß7-Integrin-Antagonisten Vedolizumab als Erstlinien- Therapeutikum bei Colitis ulcerosa.
Auf einer Veranstaltung von Takeda wurden die Ergebnisse der Phase-IIIb-Studie VARSITY präsentiert, die nicht nur die Überlegenheit von Vedolizumab gegenüber konventionellen Behandlungsoptionen bestätigten, sondern mit unerwartet starken Endpunkten überraschten. Eingeschlossen waren 769 Studienteilnehmer mit mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa (Mayo-Score 6 bis 12 und endoskopischer Subscore ≥ 2). Die Probanden erhielten über 52 Wochen entweder Vedolizumab (n = 383) oder der TNFa-Blocker Adalimumab (n = 386).
In der Vedolizumab-Gruppe wurde der primäre Endpunkt, klinische Remission in Woche 52, mit 40 % höherer Wahrscheinlichkeit erreicht als unter der TNF a-Inhibitor- Therapie (31,3 % vs. 22,5 %, p = 0,0061). Eine klare Differenzierung zeigte sich zudem hinsichtlich der Mukosaheilung. So wurde ein endoskopischer Mayo-Subscore ≤ 1 bei 39,7 % der Studienteilnehmer unter Vedolizumab versus 27,7 % unter Adalimumab festgestellt. Der deutlichste Unterschied ergab sich für die histologische Remission (Geboes-Score < 3,2) mit 33,4 vs. 13,7 %.
Laut Prof. Stefan Schreiber, Kiel, sollten die gewonnenen Erkenntnisse nicht nur in den aktuellen Leitlinien zur Therapie der Colitis ulcerosa berücksichtigt werden, sondern könnten einen Paradigmenwechsel in der Behandlung der CED einleiten. RG
Quelle: Pressekonferenz: „VARSITY – erste Head-to-Head- Studie in der CED: Vedolizumab vs. Adalimumab zeigte Überlegenheit bei Colitis ulcerosa“, Hamburg, 13.6.2019

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