Anfallsartige Atemnot

Praxis-Depesche 23/2007

Paradoxe Funktion der Stimmbänder - eine wenig bekannte Differenzialdiagnose

Die paradoxe Funktion der Stimmbänder (engl. Vocal Cord Dysfunction) ist eine seltene Erkrankung des Kehlkopfes. Durch einen plötzlichen inspiratorischen Verschluss der Stimmbänder kommt es zu Atemnot, Angstzuständen und thorakalen Beklemmungen. Aufgrund der Symptomatik wird die Erkrankung häufig mit Asthma bronchiale verwechselt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, es besteht eine Assoziation mit inhalativen Allergenen.

Bei einem 26-jährigen Schreiner bestand seit sechs Jahren eine anfallsartige Angststörung, die durch Atemnot, einem thorakalen Engegefühl und Schwitzen gekennzeichnet war. Er arbeitete in der Holzverarbeitung. In den Wochen vor der Untersuchung beim HNO-Arzt hatte er mehrere Episoden mit Dysphonie und inspiratorischem Stridor gehabt.

Bei der allergologischen Untersuchung wurde der Patient verschiedenen Holzstäuben ausgesetzt. In der Exposition mit Zedernholzstaub entwickelte er eine Dysphonie, einen inspiratorischen Stridor und ein thorakales Engegefühl. Die Lungenfunktion war ohne pathologischen Befund. Laryngoskopisch zeigte sich eine Vocal Cord Dysfunction. Der Patient wurde daraufhin logopädisch geschult. Durch die erlernte Atemtechnik konnte er die Anfälle bei der Arbeit ohne Medikamente beherrschen. (CF)

Quelle: Munoz, X: Occupational vocal cord dysfunction due to exposure to wood dust and xerographic toner, Zeitschrift: SCANDINAVIAN JOURNAL OF WORK, ENVIRONMENT AND HEALTH, Ausgabe 33 (2007), Seiten: 153-158

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