Praxis-Tipp | Praxis-Depesche 2/2019

Prädiabetes früher aufdecken: Screening mit OGTT-Einstundenwert

Um die Progression vom Prädiabetes zum manifesten Diabetes aufhalten zu kön-nen, sollte ein Screening diesen Risikozustand möglichst früh erfassen. Dazu müss-te man aber statt des postprandialen Zweistundenwerts beim oralen Glucose-toleranztest (OGTT) den Glucosewert nach einer Stunde heranziehen. Bei einem Grenzwert von ≥ 155 mg/dl ist dieser nämlich das wesentlich präzisere Maß.

Bisher wird der prädiabetische Zustand am HbA1c festgemacht, oder am Zweistunden-Glucosewert beim OGTT. Studien zufolge entwickeln aber 50 bis 60 % der nach diesen Kriterien als prädiabetisch eingestuften Personen innerhalb von zehn Jahren gar keinen Typ-2-Diabetes, dafür aber 30 bis 40 % derjenigen, deren Glucosetoleranz auf diese Art als normal eingestuft wurde.
Mehrere Studien sprechen dafür, dass der Einstundenwert beim OGTT die diabetische Progression weitaus besser widerspiegelt als der Zweistundenwert oder der HbA1c. Eine Studie mit einem Follow-up von 39 Jahren ergab für Patienten mit Einstunden-Gluco-sewert > 155 mg/dl ein fast dreifach höheres Risiko, einen manifesten Diabetes zu entwickeln, verglichen mit Personen, die zwar eine eingeschränkte Glucosetoleranz (IGT), aber keine erhöhten Einstundenwerte aufwiesen.
Auch was das Risiko für diabetische Komplikationen und die Mortalität betrifft, erwies sich der Einstundenwert als überlegener Prädiktor. OH
Quelle:

Bergman M et al.: Petition to replace current OGTT criteria ... Diabetes Res Clin Pract 2018; 146: 18-33

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