Akute myeloische Leukämie

Praxis-Depesche 24/2003

Priming mit G-CSF verbessert die Ergebnisse der Chemotherapie

Das größte Problem in der Therapie der akuten myeloischen Leukämie (AML) ist die hohe Rezidivrate. Man sucht nach Wegen, sie zu vermindern.

Die Gabe hämatopoetischer Wachstumsfaktoren bei AML zur Stimulation des Knochenmarks nach Chemotherapie wurde bereits ausgiebig untersucht. Sie verkürzt zwar die Neutropenie-Phase, verbessert aber nicht die Prognose. Jetzt wurde in einer europäischen Studie eine andere Anwendung des Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Wachstumsfaktors (G-CSF, Lenograstim) bei AML untersucht. G-CSF wird hier als "Primer" eingesetzt, um die Wirkung der Chemotherapeutika zu erhöhen, insbesondere des Zellzyklus-spezifischen Wirkstoffes Cytarabin. 640 Patienten mit akuter myeloischer Leukämie erhielten randomisiert Cytarabin plus Idarubicin (1. Zyklus) und Cytarabin plus Amsacrin (2. Zyklus) entweder mit oder ohne G-CSF. Die Ansprechraten unterschieden sich nach der Induktionstherapie nicht. Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von viereinhalb Jahren wiesen von allen Patienten mit primär kompletter Remission die mit G-CSF Behandelten ein geringeres Rezidiv-Risiko auf (relatives Risiko 0,77). Die Gesamtüberlebenszeit wurde jedoch nicht verlängert. Am meisten profitierte die Gruppe, die als Standard-Risiko eingestuft worden war von G-CSF: 45% vs. 35% überlebten nach vier Jahren.

Quelle: Schiffer, CA: Hematopoietic growth factors and the future of therapeutic research on acute myeloid leukemia, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 349 (2003), Seiten: 727-729: , Zeitschrift: , Ausgabe ()
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