| Praxis-Depesche 23/2007

Prognose bei Wirbelmetastasen hängt vom Primärtumor ab

Durch verbesserte Therapiemöglichkeiten bei Wirbelmetastasen ist die Le­bens­erwartung der Betroffenen gestiegen, damit aber auch die Häufigkeit metastasenbedingter Komplikationen. In Ulm untersuchte man, welchen Einfluss Primärtumor und Höhenlokalisation der Metastasen auf die Prognose haben.

Zwischen Januar 1984 und Juni 2005 wurden an der dortigen Universitätsklinik insgesamt 217 Patienten mit Wirbelmetastasen unterschiedlicher Malignome operiert (dorsal oder dorsoventral). In 20 Fällen konnte der Primärtumor nicht identifiziert werden. Zunächst untersuchte man den Einfluss der Höhenlokalisation der Tochtergeschwülste auf die postoperative Überlebenszeit. In einem zweiten Schritt analysierte man dann den Faktor Primärtumor in seiner Auswirkung auf die Überlebensdauer. Hierzu wurden nur die fünf häu­figs­ten Malignomen be­rücksichtigt (Mamma-, Nierenzell-, Bronchial- und Prostatakarzinom sowie unbekannter Primärtumor).

Das mediane Gesamtüberleben betrug 8,0 Monate (0 bis 191,5 Monate). In 11,5% der Fälle war die HWS betroffen, in 51,2% die BWS und in 37,3% die LWS. Die Lokalisation der Wirbelmetastasen im zervikalen, thorakalen oder lumbalen Bereich hatte keinen signifikanten Einfluss auf das ­postoperative Überleben. Dagegen zeigte die Art des Primärtumors eine hohe prog­nostische Relevanz für das Überleben. Patienten mit Prostatakarzinom hatten die beste, jene mit Bronchialkarzinom als Primärtumor die schlechteste Prognose.

Quelle: Ulmar, B: Der prognostische Einfluss von Primärtumor und Höhe des befallenen Wirbelsäulenabschnitts bei 217 operativen Patienten mit Wirbelsäulenmetastasen unterschiedlicher Entität, Zeitschrift: ZEITSCHRIFT FUR ORTHOPADIE UND IHRE GRENZGEBIETE, Ausgabe 145 (2007), Seiten: 31-38

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