Praxis-Depesche 3/2018

Die Komorbidität der Bronchiektasien

Schlaf- und neurologische Störungen

Die Prävalenz der Bronchiektasie steigt weltweit. Allerdings ist das Wissen über möglicherweise assoziierte neurologische Probleme und Auswirkungen auf den Schlaf begrenzt. Australische Autoren haben es jetzt in einem Review zusammengefasst.

Wie die Autoren beschreiben, haben mehrere Studien übereinstimmend gezeigt, dass Patienten mit Bronchiektasie ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben. Sie liefern dazu mehrere Erklärungsmöglichkeiten: Zunächst ist die Bronchiektasie selbst als inflammatorische Erkrankung anzusehen, und Entzündungen erhöhen das Risiko für Schlaganfall und kardiovaskuläre Erkrankungen. Dazu kommen wiederkehrende akute Infektionen, die zu zusätzlichen akuten inflammatorischen Reaktionen führen. Schließlich wird auch Schlafmangel als Risikofaktor für Schlaganfälle anerkannt – und Schlafstörungen treten bei Patienten mit Bronchiektasie vermehrt auf (vermehrtes nächtliches Husten, vermehrtes Sputumvolumen, vermehrte nächtliche Episoden von Schlafapnoe sowie gehäuft auftretende Depressionen).
Die verfügbaren Daten zu kognitiven Einschränkungen weisen gemäß den Verfassern darauf hin, dass Patienten mit Bronchiektasie bei verbalen, Performance- und IQ-Tests schlechter abschnitten. Als mögliche Gründe nennen die Autoren eine geringere Sauerstoffsättigung sowie wiederum Depressionen. Auf Basis ihrer Ergebnisse fordern die Autoren, dass Ärzte bei Patienten mit Bronchiektasie immer auch neuropsychologische und Schlafstörungen im Blick behalten sollten. BA

Quelle:

Phua CS et al.: Neurological and sleep disturbances in bronchiectasis. J Clin Med 2017; 6: 114



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