Ultrasensitive Phonokardiographie | Praxis-Depesche 4/2019

Schnell, strahlungsfrei, nicht-invasiv: Akustischer Ausschluss einer KHK mit dem CADScor®System

Wenn bei einem Patienten in der Praxis der Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung (KHK) im Raum steht, stellt sich die Frage, wie man diagnostisch am besten weiter vorgeht. Diese Frage ist nicht banal, denn die Abklärung mittels invasiver Methoden wie der Koronarangiographie ist kostspielig, mit Komplikationsrisiken verbunden und kann nicht zuletzt zu unnötigen Untersuchungen führen. Schon lange werden deshalb neue Methoden für eine bessere KHK-Risikoabschätzung gefordert. Das seit 2015 durch CE-Kennzeichnung in der EU zugelassene CADScor®System stellt ein solches neues diagnostisches Tool dar. Mittels ultrasensitiver Phonokardiographie misst das System nicht-invasiv intrakoronare Strömungsgeräusche und berechnet unter Verwendung weiterer klinischer Angaben einen KHK-Risiko-Score („CAD-score“). Mit einer hohen negativen Vorhersagewahrscheinlichkeit lässt sich mit dem Ergebnis eine obstruktive KHK ausschließen und die weiteren diagnostischen und therapeutischen Weichen stellen.

Die Grundidee des CADScor®Systems ist, dem symptomatischen KHK-Patienten ohne eine invasive und strahlenbelastende Maßnahme eine Diagnostik anzubieten, die den raschen Ausschluss einer obstruktiven und damit relevanten KHK ermöglicht. Dazu werden die durch atherosklerotische Koronarplaques verursachten Strömungsgeräusche mittels eines hochsensiblen Mikrofons erfasst. Diese koronaren Strömungsgeräusche sind ca. 1.000 Mal leiser als z. B. Flussgeräusche in der Aorta oder von Herzklappenfehlern verursachte Geräusche – und daher nur mit dem hochsensiblen Mikrofon detektierbar. Diese Geräusche werden in der Folge durch das Gerät analysiert und daraus unter Zuhilfenahme einiger weniger weiterer klinischer Angaben mit einem Algorithmus der CAD-score berechnet.
Die Untersuchung erfolgt schnell, einfach, nicht-invasiv und strahlungsfrei:
1. Sensor mit Patch verbinden (siehe Abb. 1) und im Bereich des 4. Interkostalraums links auf den Patiententhorax aufkleben
2. Vor Aufnahmebeginn Patienten 5 Min. ruhig liegen lassen
3. Aufnahme der koronaren Strömungsgeräusche in 4 Atempausen (je 8 Sek.)
4. Automatische Berechnung und Anzeige des validierten CAD-scores sowie einer Risikobewertung innerhalb von ca. 2 Min.
Der vollständige Untersuchungsablauf nimmt nicht mehr als 10 Min. in Anspruch.
 

 

97 % KHK-Ausschluss-Sicherheit
 
In der zulassungsrelevanten Studie „Dan-NICAD“ (Danish study of Non-Invasive testing in Coronary Artery Disease) wurde das ultrasensitive phonokardiographische Verfahren an 1.675 konsekutiven Patienten mit einem niedrigen bis mittleren KHK-Risiko untersucht (Winther S et al., Heart 2018; 104: 928-35). Die Patienten waren wegen KHK-verdächtiger Symptome primär zum Kardio-CT überwiesen worden und erhielten danach ggf. eine PTCA mit FFR („Herzkatheter“ mit Bestimmung der fraktionellen Flussreserve). Bei allen wurde zudem der CAD-score bestimmt.
In der kombinierten Auswertung der Daten aus drei klinischen Studien mit insgesamt über 2.000 Patienten (einschließlich der Daten aus Dan-NICAD) zeigte sich FEATURES CE-zertifiziertes Medizinprodukt zum nicht-invasiven Ausschluss einer KHK mittels ultrasensitiver Phonokardiographie Bestimmung des CAD-scores durch in klinischen Studien validierten Algorithmus KHK-Ausschluss mit negativem Vorhersagewert von 97 % (CAD-score ≤20) Abrechnung nach GOÄ oder als IGel- Leistungeine Prävalenz der KHK von etwa 10 % (KHK definiert als angiographisch verifizierte Koronarstenose ≥ 50 %). Bei einem Schwellenwert von 20 zeigte der CAD-score eine Sensitivität von 89 % (95 % KI 84 % - 93 %), eine Spezifität von 41 % (95 % KI 39 % - 44 %) und einen negativen Vorhersagewert (NPV, negative predictive value) von 97 % (95 % KI 96 % - 98 %; Schmidt SE et al., Circulation 2018; 138: A15761).
Nicht angewendet werden sollte die Methode bei Patienten, die asymptomatisch bzgl. Angina und KHK sind, die bereits mit einer aortokoronaren Bypass-OP oder Koronarstents versorgt sind, die keinen Sinusrhythmus aufweisen, die über einen ICD verfügen, die andere implantierte elektronische Geräte oder relevante Vernarbungen im Thoraxbereich haben.
Nachdem René Laennec im Jahr 1818 das Stethoskop erfand, steht mit dem CADScor®System Patienten nun – etwa 200 Jahre nach Laennec – ein modernes diagnostisches Verfahren zur Verfügung, das auf den Grundlagen der Auskultation basiert und die Diagnostik bei Verdacht auf KHK verbessern und unnötige invasive Untersuchungen vermeiden kann. CB
 

 

Mit freundlicher Unterstützung der Acarix AB, Malmö, Schweden

Features

  • CE-zertifiziertes Medizinprodukt zum nicht-invasiven Ausschluss einer KHK mittels ultrasensitiver Phonokardiographie
  • Bestimmung des CAD-scores durch in klinischen Studien validierten Algorithmus
  • KHK-Ausschluss mit negativem Vorhersagewert von 97 % (CAD-score ≤20)
  • Abrechnung nach GOÄ oder als IGel- Leistung

 

SYMPOSIUM: SAVE THE DATE!

Erfahren Sie mehr über das CADScor® System auf dem 125. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), Wiesbaden, 5. Mai 2019, Saal 5, 12:15 bis 13:15 Uhr. Mehr Infos unter www.Acarix.com

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