Lokal fortgeschrittenes NSCLC | Praxis-Depesche 10/2018

Seltene Spontanregression

Die Spontanregression eines nicht-keinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) ist äußerst selten. Umso interessanter ist der Fall eines Patienten mit lokal fortgeschrittenem NSCLC und Spontanregression zwei Jahre nach Diagnose.
Ein 77-Jähriger verspürte einen intermittierenden leichten Schmerz in der rechten oberen Brust, der einen Monat andauerte. Der Mann hatte nie geraucht und seine körperliche Untersuchung war ohne Befund, bis auf reduzierte Atemgeräusche in der rechten oberen Zone. Das Röntgenbild des Thorax zeigte eine Läsion in der rechten mittleren Zone. Im CT war eine 5,8 x 5,0 cm große Läsion im oberen Lappen der rechten Lunge zu erkennen, mit Beteiligung der Querfissur und der dritten Rippe, Infiltration der lateralen Brustwand und einem 2,0 x 1,7 cm großen rechten Hilusknoten.
Eine Bronchoskopie mit endobronchialem Ultraschall und transbronchialer Biopsie offenbarte einen Tumor im rechten oberen Lungenlappen. Es handelte sich um ein schlecht differenziertes NSCLC mit ausgeprägtem Kernpleomorphismus ohne Target-Mutationen und ohne Metastasen (T3N1M0, Stadium IIIA). Der Patient lehnte jegliche Therapie ab. Stattdessen stellte er seine Ernährung um und trieb Sport.
Drei Monate später waren die Brustschmerzen verschwunden. Die Tumorgröße war signifikant auf 3,8 x 2,7 cm zurückgegangen, allerdings weiterhin mit Infiltration und Erosionen. Der Hilusknoten maß nur noch 2,2 x 1,4 cm. Nach 18 Monaten war das NSCLC auf 0,6 x 0,5 cm geschrumpft. Das CT nach 24 Monaten zeigte eine stabile Weichteildichte an der Stelle des Primärtumors mit assoziierter Vernarbung des angrenzenden Lungenparenchyms und sklerotischen Veränderungen an der rechten vorderen dritten Rippe. Es gab keine Hinweise auf einen vergrößerten Hilusknoten, andere Lymphadenopathien und Metastasen. GS

Quelle: Ooi KH et al.: Spontaneous regression of locally advanced nonsmall cell lung cancer. Medicine 2018; 97(31): e11291
ICD-Codes: C34.9

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