Individualisierter, multimodaler Ansatz | Praxis-Depesche 5/2005

Therapie des Fibromyalgie-Syndroms

Die Prävalenz des primären Fibromyalgie-Syndroms (FMS) wird in den USA, ähnlich wie in Deutschland, für Frauen mit 3,4% und für Männer mit 0,5% angegeben.

Die Diagnose eines FMS (Weichteilrheuma) basiert auf einer multilokulären Schmerzsymptomatik mit (mindestens elf von 18) typischen schmerzhaften Druckpunkten. Fließende Übergänge zu anderen chronischen Zuständen wie chronische Fatigue und Colon irritabile wurden beobachtet. In einer Metaanalyse wurden alle randomisierten kontrollierten FMS-Therapiestudien (insgesamt 505) ausgewertet. Als wirksamste medikamentöse Therapie (hoher Evidenz-Level) erwiesen sich die trizyklischen Antidepressiva (z. B. Amitriptylin 25 bis 50 mg abends), die Schlaf und Allgemeinbefinden verbessern. Auf mittlerem Evidenz-Level wirksam zeigten sich Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sowie SNRI und Tramadol. Nur wenig überzeugende Wirksamkeitsnachweise (niedriger Evidenz-Level) liegen für Wachstumshormon und Serotonin vor, während sich überhaupt kein Nachweis einer Wirksamkeit für Opioide (außer Tramadol), Steroide, NSAR, Benzodiazepine, Melatonin, Calcitonin, Schilddrüsenhormone, DHEA und Magnesium fand. Nicht vorenthalten dagegen sollte man allen Patienten die Möglichkeiten der nicht-medikamentösen Behandlung. Bewährt haben sich (hoher Evidenz-Level) Herz-Kreislauf-Training, kognitive Verhaltenstherapie und Patientenschulung. Auf mittlerer Evidenz-Basis empfohlen werden können Krafttraining, Akupunktur, Hypnose, Biofeedback und Balneotherapie, während es nur schwache oder gar keine Wirksamkeitsnachweise gibt für Chiro- und Elektrotherapie, Massage, Ultraschall und lokale Injektionen.

Quelle: Goldenberg, DL: Management of fibromyalgia syndrome, Zeitschrift: JAMA : THE JOURNAL OF THE AMERICAN MEDICAL ASSOCIATION, Ausgabe 292 (2004), Seiten: 2388-2395

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