Passives Sterberisiko | Praxis-Depesche 10/2018

Tod durch Passivrauchen

Beim Passivrauchen werden dieselben Schadstoffe inhaliert, wie sie von Rauchern direkt aufgenommen werden. Die gesundheitlichen Folgen sollte man nicht unterschätzen.
In dieser prospektiven Studie wurde der Effekt von Passivrauchen in der Kindheit und im Erwachsenenalter auf die Mortalität von 70 900 Nichtrauchern untersucht. Die Daten der Teilnehmer wurden auf das Sterberisiko in Zusammenhang mit der Exposition von Passivrauch hin analysiert. Über 50% der Teilnehmer hatten in ihrer Kindheit mit einem Raucher zusammengewohnt, über 70% davon bis zu 18 Jahre lang.
Dauerhaftes Passivrauchen in der Kindheit über 16 bis 18 Jahre war mit einem 31% höheren Risiko für Tod durch eine COPD assoziiert (HR 1,31) als bei Nichtexponierten. Die Inhalation von Passivrauch als Erwachsener (≥ 10 Stunden/Woche) war mit einem 9% höheren Gesamtsterberisiko verbunden. Auch ischämische Herzkrankheiten (HR 1,27), Schlaganfälle (HR 1,23) und COPD (HR 1,42) waren bei Passivrauchern mit einem bis zu 40% höheren Sterberisiko assoziiert.
Passivrauchen in der Kindheit wird vor allem mit der Entwicklung von Asthma, chronischem Giemen, Lungeninfektionen sowie Minderwuchs assoziiert. Über die Jahre resultieren diese Krankheiten sehr oft in der Entwicklung einer COPD. Passivrauchen in der Kindheit ist damit einer der wichtigsten vermeidbaren Auslöser für pulmonale Erkrankungen. Vor allem die Langzeitfolgen des Passivrauchens zeigen sich oft erst Jahre später, so dass Präventivmaßnahmen zum Schutz von Nichtrauchern eine Priorität im Gesundheitssystem sein sollten. Die Inhalation von Passivrauch lässt sich oftmals relativ einfach vermeiden und sollte vor allem rauchenden Eltern zum Schutz ihrer Kinder konsequenter nahegelegt werden. SB

Quelle: Diver WR et al.: Secondhand smoke exposure in childhood and adulthood in relation to adult mortality among never smokers. Am J Prev Med 2018; 55(3): 345-52

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