Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen | Praxis-Depesche

Vedolizumab überzeugend wirksam

Prof. Stefan Schreiber, Kiel, begrüßte das Format des GastroDialog CED, das an einem Wochenende viele Gastroenterologen bzw. CED-Experten diskutieren ließ, obwohl sie an vier verschiedenen Orten waren. „Das ist auch ein soziales Experiment gewesen, was gut gelungen ist, und ich hoffe, wir machen das wieder, denn es bringt die deutsche Brain-Power zusammen“, sagte er wörtlich.

In der Head-to-Head Studie VARSITY konnte gezeigt werden, dass Vedolizumab 300 mg i.v. (Entyvio®) (n = 385)  Adalimumab 160 mg s.c. (n = 386) bei der klinischen Remission (31,3% vs. 22,5%) und der endoskopischen Besserung (39,7% vs. 27,7%) in Woche 52 bei erwachsenen Patienten mit mittelschwer bis schwer aktiver Colitis ulzerosa (CU) signifikant überlegen ist. Das gilt auch für die mukosale Heilung (39,7% vs. 27,7%). Diese und weitere Ergebnisse wurden in NEJM publiziert.

Neue Daten aus VARSITY ergänzen, dass unter Vedolizumab in Woche 52 höhere Raten bei der klinischen Remission erreicht werden als unter Adalimumab – sowohl bei Anti-TNF@-naive Patienten (34,2% vs. 24,3%) als auch bei Anti-TNF@-vorbehandelten Patienten (20,3% vs. 16,0%).

Weitere Ergebnisse zeigen eine Verbesserung der Lebensqualität unter Vedolizumab: 52,0% der Patienten mit Vedolizumab berichteten von einer Verbesserung um mindestens 16 Punkte von Baseline bis Woche 52 im Gesamt-IBDQ-Score (unter Adalimumab waren es 42,2%). Zudem beschrieben die Patienten der Vedolizumab-Gruppe seltener CU-bezogene Ereignisse.

„Vedolizumab wird es bald subkutan geben, erste Online-Publikationen geben den Trend wieder, dass die subkutane Applikation fast einen Tick besser funktioniert bei CU als i.v., ich habe gehört, dass die Zulassung läuft und es gibt bei der EMA eine positive Meinung“, stellte Schreiber fest.

Prof. Markus Neurath, Erlangen, beschrieb die Mukosaheilung bei M. Crohn (MC) und CU als ein lohnendes Ziel, weil es bedeutet, dass endoskopisch komplett alles abgeheilt ist und keine Läsion oder Ulzeration mehr zu finden ist. „Dabei ist die Mukosaheilung relevant für die Prognose der Patienten“, sagte er.

Haben Patienten eine Mukosaheilung müssen 10% von ihnen in den nächsten 5 Jahren damit rechnen, dass sie operiert werden müssen, also ein Teil des Darms reseziert werden muss. Wurde keine Mukosaheilung erreicht, waren es 30% der Patienten!

Infliximab + Azathioprin können Mukosaheilung erreichen, ebenso wie Vedolizumab das sowohl bei  CU als auch MC kann. So belegte die prospektive LOVE-CD-Studie mit 110 Patienten mit MC, dass ein besseres endoskopisches Ansprechen bei höheren Vedolizumab-Serumkonzentrationen zu erwarten war. In Woche 26 erreichten in der LOVE-CD-Studie 39% ein endoskopisches Ansprechen, 30% eine endoskopische Remission und 34% eine klinische Remission. „Diese Daten zeigen ziemlich klar, dass Vedolizumab bei einem relevanten Anteil der Patienten eine Mukosaheilung erreichen kann“, sagte Neurath wörtlich.

Bei CU heißt Mukosaheilung für die Prognose des Patienten, dass das Risiko für eine Kolektomie mit Mukosaheilung 2% über 7 Jahre beträgt und ohne Mukosaheilung schon 9%.

Infliximab kann auch hier Mukosaheilung bewirken, aber Vedolizumab konnte in VARSITY zu Woche 52 eine endoskopische Verbesserung bei 34% der Patienten zeigen versus 23% der Patienten unter Adalimumab. Der Unterschied war statistisch signifikant.

 

Quelle:

PRESSEKONFERENZ  „Zielgerichtete Behandlungsstrategien für den bestmöglichen Therapieerfolg bei CED“ 19. 11. 2019, Frankfurt/Main Veranstalter: Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG Vedolizumab: Entyvio®

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