Herzinsuffizienz

Praxis-Depesche 6/2004

Verbessert Vitamin C die Prognose?

Die chronische Herzinsuffizienz hat trotz aller therapeutischen Fortschritte eine schlechte Prognose. Dazu trägt das erhöhte Risiko solcher Patienten für einen plötzlichen Herztod durch Kammerflimmern bei. Mit diesem Risiko korreliert eine verminderte Baroreflex-Sensitivität. Kann man sie beeinflussen?

Die Baroreflex-Sensitivität hängt mit der Endothelfunktion zusammen. Diese ist bei Herzinsuffizienz beeinträchtigt. Hohe Dosen von Vitamin C können diese Dysfunktion bessern. Ausgehend von diesen Zusammenhängen prüfte man in einer italienischen Studie den Einfluss einer Infusion von 2,5 g Vitamin C (bzw. Plazebo) bei 33 Patienten mit postischämischer Herzinsuffizienz (EF unter 35%) und elf Kontrollpersonen. Bei den Herzkranken war die Baroreflex-Sensitivität (bestimmt mit der Phenylephrin-Methode) nach Vitamin C signifikant höher als nach Plazebo-Gabe; Parameter der autonomen Herzfrequenz-Modulation (bestimmt mittels Spektralanalyse des Hochverstärkungs-EKGs) waren ebenfalls gebessert. Bei den Kontrollen wurden keine solchen Veränderungen registriert. Vitamin C stärkt demnach bei Herzinsuffizienten die Fähigkeit des autonomen Nervensystems bzw. des Vagus, auf Blutdruck-Stimuli adäquat zu reagieren. Dabei kommt vermutlich sein antioxidativer Effekt via Endothel zum Tragen. Aussagen über entsprechende Wirkungen einer chronischen Zufuhr von Vitamin C können aus dieser Versuchsanordnung nicht abgeleitet werden. Die Autoren regen daher Studien an, die klären sollten, ob die Gabe von Vitamin C eine lohnende Ergänzung zur etablierten Pharmakotherapie der Herzinsuffizienz sein und deren Prognose bessern könnte. (WE)

Quelle: Piccirillo, G: Influence of Vitamin C on Baroreflex sensitivity in chronic heart failure, Zeitschrift: HYPERTENSION, Ausgabe 41 (2003), Seiten: 1240-1245
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