Viszerale Schmerzsyndrome | Praxis-Depesche 11/2010

Verträgliche Analgesie wählen

Als führendes Symptom einer akuten Erkrankung innerer Organe können akute viszerale Schmerzen katas­trophale Ausmaße annehmen. Ihre Therapie sollte wirksam und gut verträglich sein.

Akute viszerale Schmerzen treten meist diffus auf und sind in ihrer Lokalisation oft nicht zuzuordnen, so Dr. Viola Andresen, Hamburg. Auch wenn die Schmerzintensität nicht unbedingt mit der Schwere des zugrundeliegenden Schadens korreliert, können akute viszerale Schmerzen den Zustand der Patienten zusätzlich zur Grundkrankheit, z. B. bei Herzinfarkt, Nierenkolik oder Pankreatitis, massiv beeinträchtigen. Häufig ist dann eine Schmerztherapie mit Opioiden indiziert.

Auch chronische oder rezidivierende viszerale Schmerzen, u. a. bei malignen Tumoren, chronischen Entzündungen, chronischen Ischämien oder funktionellen gastrointestinalen Erkrankungen wie Reizdarmsyndrom, können – nach differenzialdiagnostischer Abklärung und Therapie der Grunderkrankung – mit Opioiden gelindert werden. Da chronische Erkrankungen im Bauchraum oft per se mit Motilitätsstörungen einhergehen, rät Andresen, bei der Wahl des Analgetikums auf starke Analgesie bei sehr guter Verträglichkeit hinsichtlich der Darmfunktion zu achten. Als sehr gute Option biete sich die Kombination eines zentral wirkenden Opioids mit einem peripher nur am Gastrointestinaltrakt ansetzenden Antagonisten an, z. B. die Fixkombination aus retardiertem Oxycodon und retardiertem Naloxon. Ay

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