Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Praxis-Depesche 20/2003

Vielversprechend: selektive Zell-Apherese

Bei einer neuen Therapie-Option wird das Blut von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) extrakorporal durch eine Säule mit Zelluloseperlen geleitet. Darin werden Granulozyten und Monozyten adsorbiert; das schwächt den Entzündungsprozess in der Darmschleimhaut.

Das Zell-Apherese-System*) wurde bereits an über 5000 Patienten mit CED bzw. rheumatoider Arthritis angewendet. Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden; sie dauert jeweils 60 min. Ein Behandlungszyklus ist mit fünf Wochen angesetzt bei einer Apherese pro Woche. Durch die Adsorption aktivierter Granulozyten und Monozyten wird eine Modulation des Immunsystems erreicht. Es werden weniger proinflammatorische Zytokine freigesetzt. Andererseits wird verstärkt anti-inflammatorisch wirkender Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist (IL-1RA) gebildet und die Apoptose von Granulozyten forciert. In allen bisher durchgeführten klinischen Studien konnten Wirksamkeit und Sicherheit des Verfahrens vor allem an bisher therapierefraktären Verläufen belegt werden. Auch Remissionsverläufe über ein Jahr wurden bei Patienten mit Colitis ulcerosa berichtet. - Erste Daten liegen von einer multizentrischen, paneuropäischen Studie mit Patienten vor, die an steroidabhängiger oder steroidrefraktärer Colitis ulcerosa litten. Bei ihnen erwies sich das Verfahren als wirksame und nebenwirkungsarme Option.

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