Pneumonie | Praxis-Depesche 7-8/2020

Wann steigt das Sterberisiko?

Portugiesische Autoren analysierten – lange vor COVID-19 – welche Faktoren die Mortalität bei Pneumonien beeinflussen.
Aus Klinikregistern des Nationalen Gesundheitsservices gingen die Daten von 36.366 erwachsenen Patienten hervor, die im Jahr 2015 insgesamt 40.696 Mal aufgrund einer Pneumonie stationär behandelt wurden. Fast die Hälfte der Patienten war 80 Jahre oder älter; nur 12 % waren unter 60. Als häufigste Begleiterkrankungen waren Diabetes (bei 16,3 %), COPD (12 %), chronische Nierenerkrankungen (11,4 %), Demenz (9,4 %) und Krebs (7,8 %) verzeichnet.
Die Mortalität betrug 25,1 %. Während der Großteil der pneumoniebedingten Klinikeinweisungen in den Wintermonaten stattfand, ergaben sich zwischen Juli und September die höchsten Sterblichkeitsraten. Bei Patienten über 75 Jahren verdreifachte sich das Sterberisiko im Vergleich zu Jüngeren. Als weitere Risikofaktoren stellten sich metastasierende Tumore, Bronchialkarzinom, Kachexie, Demenz, zerebrovaskuläre Erkrankungen, KHK und Mobilitätseinschränkungen heraus. Auch die Bewohner von Altersheimen starben häufiger. Nicht mit einer höheren Mortalität assoziiert waren dagegen COPD, Nikotinkonsum, Adipositas und Diabetes. Eine mikrobiologische Analyse lag nur in knapp 9 % der Fälle vor.
Als häufigste Erreger fanden sich erwartungsgemäß Pneumokokken. Gleichzeitig sank bei deren Nachweis das Mortalitätsrisiko. Pseudomonas und MRSA erhöhten dagegen die Sterblichkeit. CW
Quelle: Hespanhol V, Bárbara C: Pneumonia mortality, comorbidities matter? Pulmonology 2020; 26(3): 123-9
ICD-Codes: J18.9

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