| Praxis-Depesche 20/2007

Wie man eine Appendizitis von einer Adnexitis abgrenzt

Es ist nicht immer leicht, bei Frauen im gebärfähigen Alter eine Blinddarmentzündung von einer Adnexitis zu unterscheiden. In Japan entwickelte man eine diagnostische Methode, die auf drei klinischen Parametern beruht.

Dazu wurden die Krankenakten von Frauen im gebärfähigen Alter gesichtet und analysiert, die während eines Zeitraums von dreieinhalb Jahren (Januar 2000 bis Juni 2003) mit Bauchschmerzen in die Notaufnahme eines Stadtkrankenhauses gekommen waren. Bei 109 Patientinnen hatte man eine Appendizitis, bei 72 eine Adnexitis diagnos­tiziert. Aus den Daten erstellte man einen Algorithmus, mit dessen Hilfe die unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten einer Appendizitis ermittelt wurden.

Man fand drei signifikante Faktoren, die eher für eine Adnexitis als für eine Appendizitis sprachen: einmal das Fehlen einer Schmerzverlagerung im Bauchraum (OR 4,2), dann die beidseitige Abdomenempfindlichkeit (OR 16,7) und schließlich das Fehlen von Übelkeit und Erbrechen (OR 8,4). Mithilfe dieser Regel konnte man eine Blinddarmentzündung von der Adnexitis mit einer Sensibilität von 99% abgrenzen, wenn man davon ausging, dass keine Schmerzverlagerung, die bilaterale Abdomenempfindlichkeit und das Fehlen von Übelkeit und Erbrechen ein sehr geringes Appendizitis-Risiko bedeuten.

Quelle: Morishita, KE: Clinical prediction rule to distinguish pelvic inflammatory from acute appendicitis in women of childbearing age, Zeitschrift: AMERICAN JOURNAL OF EMERGENCY MEDICINE, Ausgabe 25 (2007), Seiten: 152-157

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