Isolierte systolische Hypertonie | Praxis-Depesche 1/2019

Wie viel kardiales Risiko birgt sie bei Jüngeren?

Bei Patienten im Alter über 50 ist eine isolierte systolische Hypertonie (ISH) häufig. Unter jüngeren Menschen nimmt sie in letzter Zeit zu. Ob sie im Alter unter 40 Jahren ein relevantes kardiovaskuläres Risiko birgt, ist umstritten.

In einer Studie mit langer Nachbeobachtungszeit schien das kardiovaskuläre Risiko bei jüngeren Frauen mit ISH stärker erhöht zu sein als bei Männern. In der Framingham-Heart-Study war das koronare Risiko bei jüngeren Männern mit höherer Blutdruckamplitude (pulse pressure) sogar erniedrigt. Andere Untersuchungen deuteten auf erhebliche ethnische Unterschiede in der Relevanz dieses Phänomens hin. 
Eine niederländische Arbeitsgruppe untersuchte in ihrer HELIUS-Studie eine multiethnische Population (3.744 Teilnehmer) auf ISH und bestimmte den zentralen systolischen Blutdruck sowie die arterielle Steifheit. Eine ISH lag bei 5,2 % der Männer nd 1,0 % der Frauen vor. Patienten mit ISH hatten im Schnitt einen niedrigeren zentralen Blutdruck und eine geringere Pulswellengeschwindigkeit.
Die Autoren stellen fest, dass die ISH jüngerer Patienten ein heterogenes Phänomen mit durchschnittlichem zentralem Blutdruck darstellt, vergleichbar mit der Situation bei hoch-normalem Blutdruck. Bei ISH jüngerer Menschen könnte die Messung dieses Parameters eine Möglichkeit sein, zwischen niedrigem und hohem kardiovaskulärem Risiko zu unterscheiden. WE

Quelle:

Schattenkerk DW et al.: Isolated systolic hypertension of the young and its association with central blood pressure in a large multi-ethnic population. The HELIUS study. Eur J Prev Cardiol 2018; 25: 1351-9

ICD-Codes: I10

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