Insulinbehandlung des Typ-1-Diabetes

Praxis-Depesche 8/2004

Wo nützt, wo versagt die Pumpentherapie?

Die Insulinpumpentherapie erfordert die Teilnahme an einem strukturierten Behandlungs- und Schulungsprogramm. Ursprünglich wurde sie in Deutschland nur an wenigen Zentren eingesetzt; heute ist sie sehr verbreitet. Wie sich das auf die Qualität der Versorgung auswirkt, untersuchte man an mehreren Diabeteszentren.

In die Studie wurden 250 Typ-1-Diabetiker aufgenommen, die 1999 / 2000 in einem der Krankenhäuser des Qualitätszirkels ASD mit Insulinpumpen-Therapie versorgt worden waren. Neben der Beurteilung der Pumpentherapie außerhalb spezialisierter Zentren suchte man nach Faktoren, die mit anhaltend hohen HbA1c-Werten assoziiert waren. Ein Jahr nach Teilnahme am Schulungsprogramm ging der relative HbA1c-Wert (Quotient aus ursprünglichem Wert zu durchschnittlichem Normalwert) von 1,51 auf 1,44 zurück; schwere Hypoglykämien wurden von 0,46 auf 0,12 pro Patient und Jahr reduziert, schwere Ketoazidosen von 0,08 auf 0,05 / Patient / Jahr und Krankenhausaufenthalte von 5,2 auf 3,1 Tage / Patient / Jahr. Zu den Faktoren, die mit einem ungünstigen Ergebnis der Pumpentherapie verknüpft waren, zählten psychische Probleme wie Essstörungen oder Alkoholmissbrauch, mangelndes Interesse am Selbst-Management des Diabetes und soziale Schwierigkeiten.

Quelle: Hunger-Dathe, W: Insulin pump therapy in patients with type 1 diabetes mellitus: results of the nationwide quality circle in germany (ASD) 1999-2000, Zeitschrift: EXPERIMENTAL AND CLINICAL ENDOCRINOLOGY AND DIABETES, Ausgabe 111 (2003), Seiten: 428-434
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