COVID-19

Praxis-Depesche 9-10/2020

Frühe Transfusion von Konvaleszentenplasma senkt Mortalität

Gegenwärtig sind hunderte klinische Studien auf dem Weg, die antiretrovirale Präparate, anti-inflammatorische oder immunsuppressive Behandlungen oder passive Antikörpertherapien untersuchen. Das antiretrovirale Remdesivir gab Anlass zu Hoffnungen in kontrollierten Studien und Dexamethason reduzierte die Mortalität bei beatmeten Patienten. Nach ersten Erfahrungen mit dem Einsatz von COVID-19-Konvaleszentenplasma wurde eine prospektive, nach Teilnehmer-Eigenschaften gepaarte Studie aufgesetzt, die die Wirksamkeit dieses Plasmas im Vergleich zur Standardtherapie bei schwerbetroffenen COVID-19-Patienten überprüfen sollte. Hier werden nun die Ergebnisse einer Interimsanalyse berichtet.
Von 316 eingeschlossenen Patienten erreichten 136 Teilnehmer den 28- Tage-Endpunkt. Diese wurden gepaart mit 251 nicht-transfundierten Kontrollen. Paarungskriterien inkludierten Alter, Geschlecht, BMI, Komorbiditäten und Ventilationserfordernisse innerhalb der ersten 48 Stunden nach Einweisung. Die Analyse ergab eine signifikante Reduktion in der Mortalität bei den transfundierten Patienten während der 28 Tage. Diese Reduktion war besonders ausgeprägt, wenn die Patienten das Plasma schon in den ersten drei Tagen nach Einweisung erhielten und der RBD-IgG-Titer über 1:1.350 lag.
Zu bedenken geben die Autoren, dass es sich derzeit nur um eine Interimsanalyse handelt und die Studie nicht randomisiert, kontrolliert abläuft. VW
Quelle: Salazar E et al.: Treatment of COVID-19 patients with convalescent plasma reveals a signal of significantly decreased mortality. Am J Pathol 2020; S0002-9440(20)30370-9
ICD-Codes: U07.1

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

x